Foto: Peter Werchner
Die erste Damenmannschaft der SG Sendenhorst hat am Samstagabend in der Westtorhalle ein Wechselbad der Gefühle erlebt: In einem spannenden Fünf-Satz-Krimi gegen die Zweitvertretung des RC Sorpesee mussten sich die SG-Damen schließlich knapp mit 2:3 (14:25, 25:5, 22:25, 25:18, 9:15) geschlagen geben. Trotz der Niederlage, die weder das Trainerteam noch die Mannschaft zufrieden stellt, sicherte sich das Team von Trainer Dieter Theis immerhin einen Punkt. „Wir sind aktuell wirklich eine Wundertüte“, sagte Theis nach dem Spiel.
Die Partie war ein ständiges Auf und Ab und an Spannung kaum zu überbieten. Der erste Satz verlief alles andere als optimal für die SG. „Da waren wir nicht richtig anwesend auf dem Feld“, analysierte Theis. Außerdem machte sich der kurzfristige krankheitsbedingte Ausfall von Neuzugang Pauline Bürse im Außenangriff schnell bemerkbar. Zwar fanden seine Spielerinnen gegen Ende etwas besser in ihren Rhythmus, mussten den Durchgang dennoch recht deutlich abgeben. Dann folgten im zweiten Durchgang jedoch wahre Sternstunden der Sendenhorsterinnen, allen voran SG-Zuspielerin Lina Schmitz: Im zweiten Satz sorgte Schmitz mit einer unglaublichen Aufschlagserie von 20 Punkten in Folge (von 1:1 auf 21:1) für staunende Gesichter in der Halle. „Sowas habe ich in meiner ganzen Trainerlaufbahn noch nie gesehen“, zeigte sich Theis begeistert. Schmitz wurde nach dem Spiel auch zur Wertvollsten Spielerin der Partie (MVP) auf Seiten der Sendenhorsterinnen gewählt. Der Satz endete folglich schnell und einstellig für die Gastgeberinnen. „Doch wer Sorpesee kennt, weiß, dass so etwas bei ihnen keine Spuren hinterlässt, das haben wir im dritten Satz gemerkt“, erklärte Theis. Obwohl Sendenhorst mit 22:18 führte, ging der Durchgang in der entscheidenden Phase am Satzende noch verloren. „Wir hätten den dritten Satz gewinnen müssen – dann hätten wir sehr wahrscheinlich auch das Spiel geholt“, ärgerte sich Theis. „Normalerweise zeichnen uns die Crunchtimes aus, aktuell ist es aber umgekehrt: Wir geben zu viele Führungen am Ende doch noch aus der Hand.“ Im vierten Satz zeigte sich die SG erneut von ihrer starken Seite, stabilisierte die Annahme und nutzte die Stärken ihrer Mittelangreiferinnen effektiv aus. Das Team belohnte sich mit einem souveränen Satzgewinn und bezwang den Tiebreak. Dort jedoch verschlief Sendenhorst den Start und lief von Beginn an einem Rückstand hinterher, sodass dieser und damit das Spiel und die zwei Punkte an Sorpesee gingen. Es bleibt also ein unglückliches Spielende für die SG-Damen hängen, aber eine mega Unterstützung von der ersten und zweiten Herrenmannschaft und dem Publikum, die durch ihr Anfeuern für ordentlich Stimmung in der Halle sorgten, „das war wirklich große Klasse und hat uns sehr geholfen“ sagte Theis. In der kommenden Woche wartet nun ein sogenanntes „100-Punkte-Spiel“ gegen den derzeitigen Tabellenletzten aus Datteln – eine wichtige Gelegenheit, um wieder in die Erfolgsspur zurückzufinden.