Drei Punkte waren zum Greifen nah: SG-Damen unterliegen in Meschede mit 2:3 nach vier vergebenen Matchbällen

Die erste Damenmannschaft der SG Sendenhorst hat ihr entscheidendes Auswärtsspiel beim direkten Konkurrenten SSV Meschede denkbar knapp mit 2:3 (19:25, 25:18, 25:17, 27:29, 11:15) verloren. Damit steht fest, dass die SG die Saison auf dem Relegationsplatz beendet und Meschede in der Tabelle nicht mehr einholen kann, die sich durch den Sieg den direkten Klassenerhalt sichern. „Die Enttäuschung ist riesengroß“, waren sich Kapitänin Tabea Skerhut und Trainer Raphael Klaes nach der Partie einig. „Vor allem, weil wir gemerkt haben, dass auch drei Punkte drin gewesen wären und wir so kurz davor waren“, ergänzte Skerhut. Klaes ordnete die Situation dennoch direkt ein: „Man muss das aus zwei Perspektiven betrachten: Einerseits haben wir heute das klare Ziel, einen Sieg zu holen, nicht erreicht. Andererseits waren wir nach der Hinrunde mit Abstand Tabellenletzter und haben uns in den letzten Spielen auf den Relegationsplatz vorgearbeitet und auch heute wieder einen Punkt geholt.“

Für eine besondere Atmosphäre sorgten rund 30 Sendenhorster Fans, die die Reise ins Sauerland auf sich genommen hatten und ihr Team mit Trommeln und Tröten lautstark unterstützten. „Die Fans waren wieder eine mega Stütze für uns“, zeigten sich Klaes und Skerhut beeindruckt. „Das zeigt auch, dass sie wertschätzen, was die Mannschaft besonders in der Rückrunde nochmal geleistet hat. Da musste ich vor dem Anpfiff auch einmal kurz schlucken – das ist schon besonders“, fügte Klaes hinzu.

Allen Beteiligten war die enorme Bedeutung der Partie bewusst, schließlich ging es für beide Teams um den direkten Klassenerhalt. Der Start verlief für die SG-Damen zunächst holprig. „Zu Beginn waren wir noch sehr verkrampft“, erklärte Klaes. Meschede nutzte dies aus und sicherte sich den ersten Satz. Im zweiten Durchgang steigerten sich die Gäste jedoch deutlich und zeigten immer mehr, was in ihnen steckt. Mit enorm hohem Aufschlagdruck setzten sie den Gegner stark unter Druck, während auf der eigenen Seite die Annahme stabil stand. Der Satz ging deshalb verdient und deutlich an die SG. Auch im dritten Satz knüpften die Sendenhorsterinnen an diese Leistung an. Lange Zeit entwickelte sich ein ausgeglichener Schlagabtausch, bis Mittelblockerin Naike Friedlein an die Aufschlaglinie kam und einige Asse in Folge erzielte. Dadurch konnten sich die SG-Damen absetzen und auch diesen Durchgang für sich entscheiden.

Mit dieser komfortablen Ausgangslage ging es in den vierten Satz, doch dort ließen die Sendenhorsterinnen zunächst etwas nach. „Da haben wir einfach in allen Elementen zu viele Eigenfehler gemacht“, sagte Skerhut. Meschede steigerte sich gleichzeitig deutlich und ging früh mit 5:0 in Führung. Die SG kämpfte sich jedoch Punkt für Punkt zurück, sodass sich ein echter Nervenkrimi entwickelte. In der Satzverlängerung hatte zunächst Meschede Satzball, den die SG abwehrte. Anschließend erspielten sich die Sendenhorsterinnen vier Mal jeweils einen Matchball – konnten diese jedoch alle nicht nutzen. Drei Aufschlagfehler verhinderten jeweils die Chance, das Spiel zu entscheiden und hielten Meschede im Spiel. „Das war unglaublich ärgerlich, weil wir uns einfach nicht belohnt haben. Wir haben uns viermal einen Matchball erkämpft, aber wir haben uns durch die Aufschlagfehler gar nicht die Möglichkeit erspielt, das Ding zumachen zu können“, ärgerte sich Klaes. Meschede gab nicht auf, nutzte dann ihre Chance und sicherte sich schließlich noch den Satz.

Die Enttäuschung und den Frust nahmen die SG-Damen leider mit in den Tiebreak. „Da war dann die Luft raus“, erklärte Klaes. Zwar kämpfte die Mannschaft weiterhin unermüdlich, doch am Ende musste sie sich knapp geschlagen geben. Meschede sicherte sich damit zwei Punkte und den direkten Klassenerhalt. Für die SG-Damen bedeutet die Niederlage nun, dass auch ihre Saison verlängert wird und Anfang Mai die Relegation um den Abstieg ansteht

Trotz der großen Enttäuschung zeigte sich Klaes nach dem Spiel auch zufrieden mit der Leistung seines Teams: „Wir dürfen uns darüber ärgern, dass wir heute verloren haben und dadurch den direkten Klassenerhalt verpasst haben. Aber wir dürfen uns nicht darüber ärgern, wie wir heute verloren haben. Wir haben ein gutes Spiel gespielt, jede hat alles auf dem Feld gelassen und um jeden Punkt gekämpft.“

Auch mit Blick auf die vergangenen Wochen fand der Trainer klare Worte: „Ich bin super stolz auf das, was wir in den letzten Wochen erreicht haben und dass wir, nachdem uns schon jeder abgeschrieben hatte, die Relegation noch sicher gemacht haben – und die werden wir dann rocken.“ Kapitänin Skerhut ergänzte: „Wichtig ist, dass wir jetzt schnell wieder nach vorne schauen und nicht in ein Loch fallen.“

Denn in zwei Wochen steht schließlich noch das letzte reguläre Saisonspiel gegen den SC Halle an – erfreulicherweise in der heimischen Westtorhalle. „Auch wenn es da tabellarisch um nichts mehr geht, wollen wir nochmal alles geben und ein schönes Spiel zeigen, um dann bestens vorbereitet mit 110 Prozent in die Relegation zu gehen“, so Skerhut abschließend.