Mehr als nur Teamkollegen: Klaes-Brüder und Cousin Jeiler vor Spitzenspiel in Delbrück

Besser hätte die Ausgangslage kaum sein können: Die erste Herrenmannschaft der SG Sendenhorst thront aktuell an der Spitze der Verbandsliga. Doch der Vorsprung auf den Tabellenzweiten ist hauchdünn – nur ein einziger Punkt trennt die SG vom direkten Verfolger DJK Delbrück II. Am Samstagnachmittag kommt es nun auswärts zum Duell der beiden Topteams, in dem sich entscheiden wird, wer die Tabellenführung übernimmt.

Ein wesentlicher Faktor für den bisherigen Erfolg ist die Atmosphäre und der Zusammenhalt im Team. Woche für Woche überzeugten die Volleyballer nicht nur mit konstanten Leistungen, sondern auch mit einer bemerkenswerten Geschlossenheit – und mittendrin eine besondere familiäre Konstellation: Trainer Raphael Klaes, Zuspieler Stephan Klaes und Diagonalangreifer Jonas Jeiler. Zwei Brüder und ein Cousin, die sportlich und menschlich eng verbunden sind.

Alle drei begannen ihre sportliche Laufbahn zunächst im Fußball. „Wir waren früher aber oft zusammen mit unserer Familie bei den Bundesligaspielen des USC Münster zuschauen“, erinnert sich Raphael Klaes. Ihr Einstieg ins Volleyballspielen folgte schließlich in der Realschule, als sie bei SG-Urgestein Stefan Schubert in der Volleyball-AG landeten und darüber den Weg zur Volleyballabteilung der SG fanden. „Schubi ist bei uns allen dreien schuld“, scherzen sie heute.

Jonas Jeiler und Stephan Klaes kamen etwas früher zum Volleyball und spielen seitdem stets zusammen in einer Mannschaft – in der Jugend, in der Kreisauswahl und dann auch bei den Herren. Raphael Klaes stieß erst ein paar Jahre später dazu, spielte zunächst in anderen Mannschaften, bis er 2017 schließlich Spielertrainer der ersten Herren wurde, wo dann auch sein Bruder und Cousin spielten. Inzwischen steht er nahezu ausschließlich als Trainer an der Seitenlinie. Jonas Jeiler legte zwischenzeitlich eine berufsbedingte Volleyballpause ein, kehrte 2023 jedoch zurück. Seitdem sind die drei wieder vereint. „Ich schätze sehr, dass wir uns jetzt wieder so regelmäßig sehen und mehr gemeinsam machen. Das hat mir auf jeden Fall gefehlt“, sagt Jonas Jeiler über seine Rückkehr.

Innerhalb der Mannschaft spielt die familiäre Beziehung jedoch kaum eine Sonderrolle. Ganz einfach war das anfangs aber nicht, wie Stephan Klaes offen zugibt: „Am Anfang fand ich es schon schwierig umzuswitchen, dass Raphi dann in der Trainer- und nicht in der Bruderrolle ist.“ Mit einem Augenzwinkern ergänzt er: „Manchmal will man seinem Bruder ja auch einfach aus Prinzip widersprechen – aber das kann man als Spieler natürlich nicht machen.“ Inzwischen habe sich das aber sehr gut eingespielt. Auch Raphael Klaes stimmt dem zu und sieht darin eher einen Vorteil: „Ich kann mir bei Stephan immer einen guten Rat abholen.“ Beide sind zudem im Vorstand aktiv.

Dazu kommt, dass sich die Mannschaft generell sehr nahesteht. Der Kern des Teams spielt seit fast zehn Jahren zusammen, wodurch eine lockere, vertraute Atmosphäre entstanden ist. Mit Blick auf die unterschiedlichen Konstellationen und sonstigen Verbindungen im Team betont Raphael Klaes aber: „Das mussten wir uns auch erst erarbeiten und lernen, die jeweiligen Situationen zu trennen.“ Doch das scheint gelungen zu sein. Heute sind sich alle einig: Das Mannschaftsklima ist hervorragend – im ganzen Team und zwischen Ihnen Dreien.

Genau dieses tolle Gefüge soll nun auch am Samstag im Spitzenspiel gegen Delbrück greifen. Das Hinspiel ging mit 1:3 verloren – eine Rechnung, die noch offen ist. Doch die Sendenhorster bleiben ihrer gelassenen Linie treu. „Natürlich wissen alle, dass das Delbrück-Spiel kommt, aber eigentlich ist es genau wie jedes andere Spiel“, sind sich die drei einig. „Wir haben einfach Bock, zusammen unseren besten Volleyball zu spielen und Spaß zu haben, ohne zu verkrampfen“, erklärt Stephan Klaes.

Auch Trainer Raphael Klaes betont die entspannte Herangehensweise: „Unsere Einstellung ist, jedes Spiel gewinnen zu wollen, aber wir haben nicht den Druck, unbedingt aufsteigen zu müssen.“ Eine Haltung, die nicht zuletzt aus der vergangenen Saison rührt, als man noch tief im Tabellenkeller steckte und gegen den Abstieg kämpfte. Und mit genau dieser Gelassenheit von Spiel zu Spiel zu denken, fährt die SG in dieser Spielzeit bislang hervorragend. Der Kader für Samstag ist vollständig, die Motivation riesig. „Wir sind auf jeden Fall alle heiß“, bringt es Jonas Jeiler abschließend auf den Punkt. Beste Voraussetzungen also für ein spannendes Duell um die Tabellenführung.

 

 

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