Die erste Damenmannschaft der SG Sendenhorst hat am Samstagnachmittag für die nächste Überraschung gesorgt. In der heimischen Westtorhalle verlangten die Sendenhorsterinnen dem Tabellendritten SC Hennen alles ab und unterlagen nach einem hochklassigen, ausgeglichenen Spiel nur knapp mit 2:3 (25:15, 20:25, 25:23, 20:25, 10:15). Der verdiente Lohn: ein ganz wichtiger Punkt im engen Tabellenkeller der Oberliga, mit dem die SG-Damen auf den Relegationsplatz kletterten.
Direkt zu Beginn zeigte die SG, wer Herr der Halle ist. Vor allem mit starken Aufschlägen setzten sie Hennen im ersten Satz massiv unter Druck und dominierten das Geschehen. „Da war Hennen auch etwas überrascht“, erklärte Trainer Raphael Klaes. Folgerichtig ging der erste Durchgang deutlich an die Gastgeberinnen.
Im zweiten Satz fand der Favorit jedoch besser ins Spiel. „Da haben wir zu viele einfache Fehler gemacht, vor allem im Aufschlag“, so Klaes. Zwar kämpfte sich die SG immer wieder heran und hielt das Niveau hoch, doch Hennen entschied den Satz für sich.
Der dritte Durchgang ging genauso spannend weiter. „Das war bis zum 23:23 ein richtig gutes Oberliga-Duell auf Augenhöhe“, lobte Klaes die Qualität des Spiels. Mit druckvollen Aufschlägen brachten die Sendenhorsterinnen den Gegner am Ende erneut in Schwierigkeiten, behielten die Nerven und sicherten sich den Satz verdient.
Im vierten Satz zeigte Hennen dann seine Klasse und bewies, warum sie oben in der Tabelle stehen. Probleme in der Annahme erschwerten der SG den eigenen Spielaufbau, sodass der Satz an die Gäste ging. Der Tiebreak musste also die Entscheidung bringen – und dort erwischten die SG-Damen leider keinen guten Start. Schnell lagen sie 0:6 zurück. „Da haben in allen Elementen ein paar Prozent gefehlt“, analysierte Klaes. Doch Aufgeben war keine Option: Die SG kämpfte sich noch einmal stark heran, am Ende reichte es jedoch knapp nicht mehr.
Nach dem Spiel überwog zunächst die Enttäuschung, denn ein Sieg wäre möglich gewesen. „Aber wir können mega stolz auf unsere Leistung und den Punkt sein, mit dem wohl keiner gerechnet hat“, sagte Kapitänin Tabea Skerhut, die nach ihrer Knieverletzung erstmals wieder im Kader stand. Auch Klaes zeigte sich zufrieden: „Eine Niederlage hört sich immer hart an und die Enttäuschung war da, gerade weil wir so knapp dran waren, aber es war das Duell Tabellendritter gegen -neunter und wir haben einen Punkt gewonnen und uns diesen mit einer guten Leistung verdient erkämpft. Ich bin sehr stolz auf die Mädels.“
Vor allem hob Klaes den Ehrgeiz seines Teams hervor: „Die Mädels haben alles auf dem Feld gelassen und gekämpft wie Löwen.“ Allen voran Außenangreiferin Kim Schmitz, die mit stabiler Annahme, hohem Aufschlagdruck und cleveren, effektiven Angriffslösungen herausstach und verdient zur MVP (wertvollste Spielerin) des Spiels gewählt wurde.
Ein großer Dank gilt den zahlreichen treuen Zuschauern, die wieder für eine besondere Atmosphäre in der Westtorhalle gesorgt haben und damit maßgeblich zu dem guten Ergebnis beigetragen haben.
Der gewonnene Punkt könnte am Ende noch entscheidend sein, denn die kommenden letzten drei Partien der Saison haben es in sich. Nächste Woche geht es gegen den direkten Konkurrenten SV Blau Weiß Aasee, der mit nur einem Punkt abstand hinter ihnen rangiert, und danach gegen den nur drei Punkte vor ihnen liegenden SSV Meschede. „Diese Spiele werden sehr entscheidend und wegweisend“, weiß Skerhut.
Gleichzeitig macht der Auftritt gegen Hennen Mut. „Das Spiel hat uns gezeigt, dass wir Schritt für Schritt zu unserer alten Stärke zurückfinden“, so die Kapitänin. Klaes ergänzt: „Diese Entwicklung ist noch nicht am Ende.“ Die letzten Spiele haben bewiesen, dass die SG-Damen mit den Topteams der Liga mithalten und gewinnen können und in diese Liga gehören – und genau diesen Schwung wollen sie nun mit ins Training und in die wichtigen Duelle gegen die direkten Tabellennachbarn mitnehmen.