Der ein oder andere hat sich bestimmt schon gefragt, wer beim letzten Saisonspiel Ende März und beim Relegations-Heimspiel am ersten Maiwochenende neben Interimstrainer Raphael Klaes auf der Trainerbank saß: Dabei handelt es sich um den neuen Trainer der SG-Damen für die kommende Saison – Raphael Döring.
Anfang Februar las der gebürtige Münsteraner durch Zufall bei seinem Umzug nach Drensteinfurt in der Zeitung von der freigewordenen Trainerstelle bei den Sendenhorsterinnen. Kurz darauf kam es zum ersten Gespräch zwischen ihm, dem Vorstandsvorsitzenden der Volleyballer Andreas Sentker und dem sportlichen Leiter Raphael Klaes. „Es hat direkt super gepasst und es war schnell klar, dass das eine gute Sache ist“, berichtet Klaes.
Auch Döring selbst war von Beginn an angetan vom Umfeld bei der SG. „Der Verein machte auf mich direkt einen super Eindruck. Alles ist sehr familiär und man merkt, dass alle sehr gut zusammenarbeiten. Es herrscht eine tolle Atmosphäre und ein super Miteinander und genau das spiegelt sich auch in der Mannschaft wider: Alle sind sehr ambitioniert und leistungsorientiert, aber sie verlieren nicht aus den Augen füreinander da zu sein“, so Döring.
Noch während der abgelaufenen Saison unterstützte Döring Interimstrainer und zugleich Herrencoach Raphael Klaes bereits aktiv im Trainingsbetrieb der Damenmannschaft. In den letzten Wochen übernahm er regelmäßig eine Trainingseinheit pro Woche und saß beim letzten Saisonspiel gegen den SC Halle als Co-Trainer mit auf der Bank. Im entscheidenden zweiten Relegationsspiel gegen den 1. VC Minden in der Westtorhalle führte Döring die Mannschaft dann erstmals als Cheftrainer an, da Klaes im Anschluss noch bei den Herren gefordert war. Der Einstand hätte kaum besser laufen können: Mit einem Sieg sicherte sich die SG den Klassenerhalt in der Oberliga. „Die Liga hätte für mich zwar keinen Unterschied gemacht, aber ich bin schon froh, dass wir die Oberliga gehalten haben, weil es vor allem dem Niveau der Mannschaft gerecht wird. Sie gehört einfach in diese Liga“, so Döring.
Der neue Coach bringt dabei reichlich Erfahrung mit nach Sendenhorst. Der ehemalige Außenangreifer blickt auf eine beeindruckende Karriere als aktiver Spieler zurück. Insgesamt neun Jahre war der inzwischen 40-jährige Döring Volleyballprofi und spielte unter anderem in Düren, Wuppertal, Bottrop, Marl und Dresden sowie im Ausland in Finnland und Österreich. In der abgelaufenen Saison stand er noch in der Zweiten Bundesliga beim FC Schüttorf unter Vertrag. Zuvor lief er für die Münster Volleys auf, wo er am Saisonende bereits als Coach einsprang. Weitere Trainererfahrung sammelte er zudem bei einem Damen-Drittligisten in Berlin.
Nun möchte Döring seine aktive Karriere beenden und den Fokus auf seine Trainerlaufbahn legen. Ausschlaggebend dafür war vor allem die bessere Vereinbarkeit mit seinen Kindern. „Die Zeit mit meinen Kindern wurde durch die langen Fahrten quer durch Deutschland in der Zweiten Liga einfach zu wenig“, erklärt er. Die neue Rolle passe deutlich besser zu seiner aktuellen Lebenssituation. „Ich hatte meine Zeit als aktiver Volleyballprofi schon. Jetzt freue ich mich darauf, Menschen und ihre Stärken weiterzuentwickeln und meine Erfahrungen weiterzugeben.“
Sportlicher Leiter Raphael Klaes sieht in „Raphi 1“, wie die Damen Döring inzwischen liebevoll getauft haben, um die beiden Trainer-Raphaels zu unterscheiden, einen echten Gewinn für die Mannschaft. „Man merkt, dass er die gleiche Art von Volleyball spielen will wie wir, aber er wird trotzdem seine eigene Handschrift mit einbringen, was sehr gut ist. Er ist ein absoluter Volleyballexperte, da konnte ich selbst auch noch viele Ideen und Ansätze mitnehmen“, lobt Klaes. Für Klaes ist die Verpflichtung eine Win-Win-Situation: Die SG profitiere von Dörings Erfahrung und Expertise, während dieser gleichzeitig von der familiären und unterstützenden Atmosphäre im Verein profitieren könne.
„Die Zusammenarbeit in der letzten Zeit hat hervorragend geklappt und ich kann jetzt mit gutem Gewissen das Traineramt an ihn abgeben und mich zur nächsten Saison wieder voll auf die Herren fokussieren“, sagt Klaes abschließend. Auch Döring blickt voller Vorfreude auf die kommende Spielzeit: „Ich genieße gerade noch die Zeit ohne Volleyball nach der turbulenten Zeit, aber ich freue mich schon riesig auf die neue Aufgabe und darauf, unsere Ziele zu erreichen.“