Mit einer starken und leidenschaftlichen Leistung hat die erste Damenmannschaft der SG Sendenhorst am Samstag für eine faustdicke Überraschung in der Volleyball-Oberliga gesorgt. In der heimischen Westtorhalle besiegten die SG-Damen den Tabellenzweiten SV BW Sande verdient mit 3:1 (25:16, 23:25, 29:27, 25:21) und sammelten damit drei enorm wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt.
„Das war unglaublich, die Freude ist riesengroß“, waren sich die derzeit verletzte Kapitänin Tabea Skerhut und der ehemalige Herren-1-Spieler Lukas Tepe einig, die am Samstagnachmittag gemeinsam das Coaching übernahmen. Denn Interimstrainer Raphael Klaes war parallel mit den Herren auswärts im Einsatz, zeigte sich aber nicht weniger begeistert: „Ich bin mega stolz auf die Mädels und auf Tabi und Lukas. Es ist gut zu sehen, dass es bei uns wieder immer mehr in die richtige Richtung geht.“
Dabei starteten die Sendenhorsterinnen zunächst etwas verhalten in die Partie. „Da hat man gemerkt, dass die Mädels etwas Respekt hatten und sich erst herantasten mussten“, erklärte Tepe. Doch diese Anfangsnervosität legte sich schnell, sodass sie dann immer mehr zeigten, was in ihnen steckt. Die SG-Damen fanden immer besser in ihr Spiel, nutzten ihre Underdog-Rolle und spielten befreit und mit viel Spaß auf. „Man hat deutlich gesehen, dass Sande überrascht war von dem, was von uns kam, und uns etwas unterschätzt hat“, so Tepe. Mit dieser Lockerheit dominierten die Gastgeberinnen den ersten Satz überraschend deutlich und machten früh klar: Heute ist was drin.
Im zweiten Durchgang blieb das Spiel lange ausgeglichen und hochspannend. Beide Teams lieferten sich einen offenen Schlagabtausch, ehe sich Sande am Ende knapp mit 25:23 durchsetzen konnte. „Da haben wir uns ein bisschen einlullen lassen und unser Spiel nicht mehr konsequent durchgezogen“, analysierte Tepe.
Der dritte Satz entwickelte sich schließlich zum echten Nervenkrimi. Nach anfänglichen Problemen und einem Rückstand fanden die SG-Damen erneut zu ihrem Spiel zurück und kämpften sich Punkt für Punkt wieder heran. „Dann war es vor Spannung kaum auszuhalten“, sagte Tepe. Mit großem Willen und starken Aktionen in den entscheidenden Momenten sicherte sich Sendenhorst den Satz in der Verlängerung. Der Jubel war riesig, denn mindestens ein Punkt war sicher, doch allen war klar: Es sollten die vollen drei werden.
Und genau so kam es dann auch: Im vierten Satz ließen die SG-Damen keine großen Zweifel mehr aufkommen. „Da haben die Mädels nochmal alles auf dem Feld gelassen“, lobte Tepe. Mit großem Kampfgeist und viel Druck im eigenen Spiel zwangen sie Sande erneut ihr Tempo auf und entschieden auch diesen Satz und damit das Spiel für sich. Damit war die Überraschung perfekt. „Das waren klare drei Punkte, mit denen man nicht unbedingt gerechnet hat“, sagte Skerhut, die auch nochmal die starke Leistung des Gegners hervorhob.
Besonders herausragend war an diesem Nachmittag der Ehrgeiz der gesamten Mannschaft. „Die kämpferische Einstellung war einfach mega“, sagte Skerhut stolz, „kein Ball wurde verloren gegeben.“ Daran hatte vor allem Libera Marie Winkelkötter großen Anteil. Mit einer überragenden Leistung wurde sie am Ende verdient zur MVP (wertvollste Spielerin) des Spiels gekürt. Doch auch insgesamt überzeugte die SG auf ganzer Linie: „Es war eine tolle, geschlossene Mannschaftsleistung“, waren sich Skerhut und Tepe einig.
Trotz der enormen Spannung bewahrten die SG-Damen einen kühlen Kopf und nutzten ihre Situation als Underdog ohne großen Druck perfekt aus. Ein großer Dank gilt auch den Zuschauern, die die Westtorhalle einmal mehr in einen Hexenkessel verwandelten und das Team lautstark nach vorne pushten.
Durch den Sieg bleibt die SG Sendenhorst zwar auf dem vorletzten Tabellenplatz, ist nun aber punktgleich mit dem SV Blau-Weiß Aasee auf dem Relegationsrang und nur drei Punkte vom SSV Meschede auf einem sicheren Nicht-Abstiegsplatz entfernt. Die Liga bleibt also extrem eng – umso wertvoller sind die eher ungeplanten drei Punkte.
„Das hat richtig Bock gemacht mit den Mädels. Alle waren motiviert und haben super mitgearbeitet. Umso schöner, dass wir uns für diese starke Leistung belohnen konnten“, fasste Tepe abschließend zusammen. Weiter geht es für die SG-Damen in zwei Wochen, am 14.02. um 16:00 Uhr, erneut in eigener Halle gegen den Tabellendritten SC Hennen – vielleicht ja wieder mit einer Überraschung?








